Die kleinen Dinge

Zugegeben, es braucht eine Weile und etwas Übung, bis man seinen eigenen Stil gefunden hat. Bis man weiß, ob es die eigenen Stimmungen sind oder man lieber über die Erlebnisse des Tages schreiben möchte. Oder natürlich über beides und oft noch über vieles mehr. Es ist sicher eine gute Idee, nicht gleich das schöne und neue Notizbuch zu beschreiben, sondern die ersten Einträge auf einem gewöhnlichen Zettel vorzunehmen. Ob du dir gleich zu Beginn auch das Datum, den Ort und die Uhrzeit notieren möchtest, kannst Du natürlich selbst entscheiden.

Schritt 1

Betrachte Deine Notizen aus Übung EINS und schreibe zu jedem Wort oder Formulierung einen etwas längeren Satz.

Beispiel A

  • Statt etwas zu lernen, bekomme ich Aufgaben, die ich nicht mag.
  • Obwohl ich immer sehr flexibel bin und mich einbringe, bekomme ich nicht einmal meinen Urlaub.

Beispiel B

  • Alles fing damit an, dass Alina und Chris sich auf Sallys Wohnungseinweihung getroffen haben. 
  • Wenn das so bleibt, dann werde ich wohl mal wieder was mit Mira unternehmen.

Schritt 2

Jetzt verbindest Du Deine Sätze miteinander und fügst weitere Deiner Gedanken einfach ein. Deine Sätze müssen überhaupt nicht perfekt sein und Du kannst sie auch ruhig in etwas salopperem Ton formulieren. Schreibe alles natürlich aus deiner („ich”) Perspektive, denn um Dich geht es.

Beispiel A

  • Die Woche fing heute ja ganz prima an. Wieder habe ich nichts gelernt, sondern nur Listen verglichen und am Empfang die Besucherinnen bei Laune gehalten. Das wäre ja noch nicht das Schlimmste, aber dass ich bei all meiner Flexibilität nicht mal die wenigen Urlaubstage bekomme, die mir so wichtig waren, macht mich echt traurig und wütend.

Beispiel B

  • Jetzt habe ich schon drei Tage nichts mehr von Alina gehört. Na gut, kurze Antworten und Smileys hab‘ ich bekommen, aber nicht mehr das übliche Feuerwerk, so wie sonst. Tag und Nacht haben wir uns geschrieben. Jetzt ist das wie ein Entzug für mich. Was mache ich bloß? Vielleicht sollte ich mich mal wieder bei Mira melden. Was sag‘ ich ihr, warum ich mich so rar gemacht habe? Sieht doch total blöd aus. Man, ich vermisse Alina, aber irgendwie freue ich mich auch für sie – und ich bin neidisch, vielleicht mehr, als ich mir das eingestehen möchte. 
Tipps und reichlich Anregungen für dich.

Dein Schreibstil verändert sich, mal mehr, mal weniger und diese Entwicklung hört nie auf.  Solltest Du Deine Gedanken und Erlebnisse in eigenen Worten zusammenfassen und diese in Tagebüchern festhalten, hast Du in Zukunft immer die Möglichkeit, Deine eigene Vergangenheit wieder lebendig werden zu lassen – wann immer Dir danach ist. Ein unbezahlbares Stück von Dir und eine Sammlung wichtiger Erinnerungen.

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